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Aktualisiert am
 12.09.2017

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Katzenzucht - das perfekte Hobby Drucken

Katzenzucht  -  das perfekte Hobby!?


 
Haben Sie viel Zeit? Ansonsten lesen Sie diesen Artikel lieber später!

Ich kann mich noch gut an mein erstes Telefongespräch mit einer Katzenzüchterin erinnern. Es war eine sehr nette und informative Unterhaltung, bis ich die Frage nach dem Preis eines Kittens stellte. 1000 DM ( es war Juli 2000) wollte die Dame haben? Na klar, da hatte ich mich doch sicher verhört. Nein, mit meinen Ohren sei alles in Ordnung, versicherte mir die Züchterin und dieser Kaufpreis wäre absolut üblich. So recht glauben konnte ich das zu dieser Zeit nicht.

Im September des Jahres 2000 besuchten mein Mann und ich unsere erste Katzenausstellung. Dort erfuhren wir, dass man als Kittenkäufer wirklich 1000 DM und mehr hinblättern musste. Wieder Zuhause durchforsteten wir gemeinsam das Internet nach Katzenzüchtern. Auf vielen Seiten wurde der Versuch unternommen, den Interessenten zu erklären, wie dieser hohe Preis für ein Katzenjunges zustande kommt. Wirklich nachvollziehen konnten wir das damals nicht.

Inzwischen wohnen bei uns sieben Katzen, davon zwei Zuchtkatzen. Damit gehören wir seit 2004 auch zu den sogenannten Hobbyzüchtern. Nun sitze ich vor meinem PC und versuche ebenfalls, den Leuten zu erklären, warum unsere Kitten sooooo viel kosten. Im Allgemeinem beginnt der Preis für ein Liebhaber Kitten bei 550 Euro. Je weniger Züchter es bei einer Rasse gibt, um so teurer sind meist die Jungtiere. Der "Mittelwert" bei den Somalis liegt bei 650 Euro.


Aller Anfang ist schwer

Nachdem die Entscheidung gefallen ist zu züchten, und man sich über die betreffende Rasse kundig gemacht hat, geht die Suche nach einer geeigneten Zuchtkätzin los. Am einfachsten ist es wahrscheinlich sich erst einmal durch dutzende Züchterhompages im Internet zuwühlen. Was natürlich Zeit und Geld kostet. Ist der angehende Züchter dann, nach mehr oder weniger aufwendiger Suche, fündig geworden, so steht als nächstes ein Besuch bei seiner Traumkatze und natürlich deren Züchter(in) an. Hier können so einige gefahrene Kilometer zusammen kommen. Wir sind mal optimistisch und sagen das Kätzchen und deren Umfeld gefallen unserem Hobbyzüchter in spe und es kommt zum Kauf. Für ein für die Zucht geeignetes Kitten müssen Sie je nach Rasse und Region so zwischen 750 und 1200 Euro auf den Tisch legen.  Bei seltenen Rassen kann dieser Preis aber auch noch weit höher liegen. Ist das Kätzchen nun beim angehenden Züchter eingezogen, müssen im laufe der folgenden Monate eventuell noch einige Untersuchungen und Impfungen erfolgen. Es gibt med. Tests, die erst in einem Alter ab 12 Monaten sinnvoll sind, weshalb der Züchter der Katze diese bei der Abgabe noch nicht hatte machen lassen können. Einige dieser Tests können nur beim Spezialisten gemacht werden, der natürlich nicht in der Nachbarschaft wohnt. Das Portemonnaie wird also wieder etwas leerer!

  Das ein Katzenhaushalt auch katzengerecht eingerichtet sein sollte, ist wohl jedem klar. An einen Züchterhaushalt werden natürlich erhöhte Bedingungen gestellt. Ein billig Kratzbaum aus dem Zoofachhandel wird die Belastungen, die durch mehrere Katzen und vor allem die Kitten entstehen, nicht lange standhalten. "Standhalten" ist hier oft wörtlich zu nehmen. Die Bodenplatten sind häufig zu dünn und die Stämme im Durchmesser zu schmal. Diese Bäume sehen dann innerhalb kürzester Zeit ziemlich windschief aus. Auf Katzenausstellung findet man Verkaufstände, die sehr hochwertige und katzengerechte Kratzmöbel anbieten. So etwas ist nicht gerade billig, hält aber dafür auch die schwersten Burschen (z.B. Maine Coon Kater) und wildesten Jungtiere aus. Aber selbst wenn bei unserem Jungzüchter mehrere solcher Bäume und Tonnen herumstehen, werden die Möbel und eventuell auch Tapeten stärker belastet als in einem normalen ( Katzen)haushalt. Die lieben Kleinen müssen ja erst einmal lernen, das Möbel, Tapeten und Gardinen tabu sind. Es gibt aber auch erwachsene Exemplare  der Spezies felis catus, die eine Schwäche für den Lieblingssessel des Hausherren haben. Wenn man also als Züchter nicht wie bei Hempels unterm Sofa leben möchte, muss man sicher etwas häufiger renovieren und auch das eine oder andere Möbelstück austauschen als der Nachbar neben an. Katzen schätzen aber nicht nur Kratzbäume und Tonnen. Sie lieben auch kuschelige Nestchen und warme sonnige Fensterplätze, von wo aus sie die heimische Vogelwelt beobachten und von manch einem Jagdabendteuer träumen können. Auch die Sicherheit muss in einem Züchterhaushalt besonders groß geschrieben werden. Wenn die Kitten flügge werden, lauern in unseren vier Wänden viele Gefahren. Ungesicherte Stromkabel, Kippfenster, die Treppe, von wo aus die Kleinen bis in den Keller stürzen können und vieles mehr. Diese Gefahrenquellen können den Großen natürlich auch zum Verhängnis werden.

Es wird nun auch Zeit für den Züchter sich einem Verein anzuschließen. Auch hier sollte man nicht den erst besten nehmen, denn es gibt große Unterschiede. Und ich meine nicht die preislichen!
Um es ganz deutlich zu sagen:
Ein Züchter, der nicht in einem anerkannten Verein Mitglied ist, ist kein Züchter sondern höchstens ein Vermehrer.
Die Mitgliedschaft in deutschen Katzenzüchter Vereinen kostet ca. zwischen 30 Euro und 50 Euro pro Jahr. Hierzu kommt noch eine einmalige Aufnahmegebühr und die Kosten für die Eintragung des Cattery Namen. Für die Stammbäume der Kitten sind dann noch ca.  20 Euro (pro Tier) zu zahlen. Alles keine großen Kosten, zugegeben. Aber es läppert sich doch.


Ausstellungen

 Als nächstes steht für unseren Jungzüchter das Thema Ausstellungen an. Gerade für Anfänger sind sie unerlässlich.  Man lässt seine Katzen von einem internationalen Richter beurteilen. Wichtig ist es auch, andere Züchter kennen zulernen.. Ohne fachkundige Hilfe ist es kaum möglich selbst ein guter Züchter zu werden. Unser Anfänger erfährt also auf den Ausstellungen, ob sein Tier dem Standard entspricht (Vorrausetzung für die Zucht) und knüpft wichtige Kontakte mit anderen Züchtern.
Natürlich kosten Katzenausstellungen Geld. Neben den Anschaffungskosten für die Käfigausstattung sind Anfahrtskosten, eventuell Übernachtungskosten und die Meldegebühr zu nennen. Diese Gebühr liegt ca. zwischen 21 Euro und 25 Euro pro Tier und Tag.
Um eine oft gestellte Frage zu beantworten: Es gibt kein Geld für errungene Bühnentitel (Best in Show, Best of Best, ...).


Die Suche nach dem richtigen Kater

Unser Kätzchen ist nun also von verschiedenen Richtern als "zuchttauglich" befunden worden. Die Suche nach einem geeigneten Kater kann beginnen. Was sich je nach Rasse als gar nicht so einfach herausstellt. Der Kater soll natürlich auf alle möglichen Krankheiten getestet sein, darf nicht zu eng verwandt mit der eigenen Katze sein, die richtige Farbe haben ---- und gefallen soll er ganz neben bei auch noch. Hat man dann so ein Prachtexemplar gefunden, kann man Pech haben, und er ist ausgebucht. Nicht lachen, das gibt es. Viele Deckkaterbesitzer lassen pro Jahr nur eine bestimmte Anzahl von Fremddeckungen zu. ( Das heißt, sie nehmen nur eine begrenzte Anzahl Cattery fremder Katzen an.) Was durch aus Sinn macht, da der Kater ansonsten innerhalb kurzer Zeit in jedem Stammbaum auftaucht und dank der vielen Arbeit auch noch wie ein ausgelutschtes Handtuch aussieht.  Aber seien wir wieder optimistisch und gehen davon aus, der ausgesuchte Kater "hat Zeit für unsere Katze". Besagter Kater wird sicher nicht um die Ecke wohnen. Anfahrtswege von mehreren hundert Kilometern sind keine Seltenheit. Diese Strecke muss mindestens mal vier genommen werden, da die Kätzin zum Kater gebracht wird, und einige Tage wieder abgeholt werden muss. Kennt der Züchter den ausgesuchten Kater nur aus dem Internet, und hat ihn nicht schon auf  Ausstellungen bewundern können, so kann es ratsam sein, sich den Kater vorab schon mal anzuschauen. Wobei wir also schlussendlich insgesamt  sechs mal die Tour gefahren sind. Die meisten Zuchtvereine schreiben ein Mindestalter von 10 Monaten vor, bevor eine Katze zum erstenmal verpaart werden darf .Wie gesagt, Mindestalter! Bevor es zum Kater geht, muss die Katze noch auf Leukose und Katzenaids, eventuell auch auf FIP getestet werden. Diese Untersuchungen müssen vor jeder Verpaarung erneut gemacht werden. Das die Katze durchgeimpft ist,  sollte selbstverständlich sein. Gleiches gilt natürlich für den Kater. Besonders bei der Mutterkatze ist der volle Impfschutz und auch das vorherige entwurmen wichtig. Genau wie bei menschlichen Müttern gibt die Katze ihren Jungen in den ersten Tagen mit der Muttermilch "ihre" Antikörper gegen Krankheiten mit. Ist die Mutter nicht, oder nicht genügend, geimpft  so kann sie natürlich auch ihren Kitten keinen Schutz weitergeben. Während der Trächtigkeit und auch der Säugeperiode sollte man möglichst auf Medikamente und Impfungen verzichten. Je nach Rasse sind auch noch wie oben erwähnt andere Tests ratsam. (Genetische) Krankheiten sind natürlich bei allen Katzenrassen möglich, man hat jedoch festgestellt, das einige  Erkrankungen bei bestimmten Rassen gehäuft auftreten. Bei den meisten Zuchtvereinen gehören  solche medizinischen Untersuchungen zwar nicht zum Pflichtprogramm, dennoch halten viele seriöse Züchter sie für angebracht.  Nun heißt es warten, bis unser Mädel rollig wird. Ist es endlich soweit, gilt es die Kinder "unterzubringen" (die zweibeinigen) , Urlaub zu nehmen und ab zum zukünftigen Vater unserer Kitten zu fahren.  Bei Abholung der Kätzin ist die Decktaxe fällig. Die mir bekannten Deckgebühren liegen zwischen 350 Euro und 500 Euro. Wem dieser Aufwand auf die Dauer zu teuer und zu zeitintensiv ist, kommt auf die Idee sich selbst einen Deckkater anzuschaffen. Was nicht wirklich billiger und einfacher ist. Unterhalten Sie sich mal mit einem Züchter, der einen tollen hochpotenten Kater sein Eigen nennt. Sie wissen was ich meine?


Der Nachwuchs ist unterwegs

Unsere Kätzin ist zurück aus dem Liebesurlaub und trächtig. Falls nicht, heißt es bei der nächsten Rolligkeit wieder ab zum Kater. Diese Nachdeckung ist bei den meisten Deckkater Besitzern frei. Bei uns hat aber alles geklappt und die Queen verlangt jetzt besonders viel Aufmerksamkeit. Die werdende Mutter bekommt nur das allerbeste Futter, eventuell auch Futterzusätze wie Vitaminpräparate und ähnlichem. Der Ausdruck "Queen" kommt nicht von ungefähr, da sich einige Mamas in spe ziemlich zickig gegenüber den anderen Mitgliedern der Katzengruppe verhalten. Nun heißt es für unseren Jungzüchter abwarten. Es vergehen rund 63-67 Tage bis zum ersehnten Ereignis. 

Es ist klar, das unserer werdenden Mama jeglicher Stress erspart werden muss. Das heißt keine Ausstellungen, Tierarztbesuche nur wenn unbedingt nötig. Vielleicht macht der Arzt im Zweifelsfall ja einen Hausbesuch. Auch die Anschaffung einer "neuen" Katze während der Trächtigkeit unserer Queen sollte möglichst unterbleiben.

Dem Tierarzt seines Vertrauens teilt man frühzeitig den ungefähren Geburtstermin mit. Ich sage hier absichtlich " Tierarzt seines Vertrauerns". Für einen Züchter ist ein guter Tierarzt sehr, sehr wichtig. Hier ist nicht nur die fachliche Kompetenz gemeint. Macht der TA Hausbesuche? Muss man mit einem acht Wochen alten Wurf oder einer hochfiebernden Katze stundenlang im Wartezimmer sitzen? Kann man mache Fragen auch( mit dem TA) am Telefon klären? Darf ich ihn zur nachtsschlafender Zeit aus dem Bett klingeln? Bei unserem ersten Somaliwurf ging irgendwann nichts mehr, und ich rief meine Tierärztin an - um 2.30 Uhr nachts. Sie war sofort hellwach und hilfsbereit. Gut zwei Stunden später waren die Kitten da. Während die Mama ihre Babys das erstemal säugte, tranken wir mit unserer Tierärztin eine Tasse Kaffee. Sie war völlig entspannt, freundlich und hatte alle Zeit der Welt und das obwohl sie um acht Uhr wieder in der Praxis sein musste. So eine ärztin ist für einen Züchter nicht mit Gold aufzuwiegen. Oft ist es gar nicht so einfach, so ein Goldstück zu finden. Pflegen Sie "es", wenn Sie es gefunden haben!!



Nun stellt sich die Frage nach dem passenden Wurflager für die werdende Mama. Handwerklich begabte Züchter bauen dieses selber. Für die anderen bieten Katzenshops eine Auswahl an Kisten und Tonnen für das große Ereignis an.

Unser Jungzüchter  tut auch gut daran, sich vorab über Katzengeburten zu informieren. Es gibt einige gute Bücher über das Thema. Auch im Internet kann man sich schlau machen. Das beste ist sicherlich,  einen erfahrenen Züchter im Hintergrund zu haben. Jede Geburt läuft anders ab, das darf man jedoch bei alledem nicht vergessen.


Die Kitten sind da!

 Da wir ja so optimistisch sind, gehen wir davon aus, dass die Geburt glatt verlaufen ist und Mutter und Kitten wohlauf sind. In den ersten Wochen hat die Kätzin die Hauptarbeit. Sie säugt und putzt die Kleinen, wärmt sie und hält das Wurflager sauber. Die Zweibeiner haben die Aufgabe, sie so gut wie möglich darin zu unterstützen. Das Wurflager muss regelmäßig mit sauberen Tüchern ausgelegt werden. Die Mutter unserer Kitten braucht jetzt besonders hochwertiges und kalorienreiches Futter. Auch muss der Züchter darauf achten, dass sie genügend trinkt. Die Jungen sind genau zu beobachten und täglich zu wiegen. Nur so können Unregelmäßigkeiten schnell bemerkt  und entsprechend darauf reagiert werden. Mit ca. vier Wochen beginnen die Kleinen dann feste Nahrung zu sich zunehmen und die Mutter sorgt kaum mehr für ihre Sauberkeit. Hier wird der Züchter in die Pflicht genommen. Die Kitten müssen das Fressen  und den Gebrauch der Katzentoilette lernen. Auch die Sozialisierung der Kleinen geschieht nicht von alleine. Wenn die Kitten flügge werden und die ganze Wohnung/Haus erobern, so müssen hier schon vorab alle Gefahrenquellen beseitigt werden. Wer Kinder aufgezogen hat, weiß das das nicht immer so einfach ist. Um sie zu kräftigen, gesunden, verspielten und vertrauensvollen Jungtieren heranzuziehen benötigt es viel, viel Zeit. Natürlich muss der Wurf auch mehrmals geimpft und regelmäßig entwurmt werden. 

 Nun könnte man denken: "Das sind doch alles keine Kosten .Was fressen diese handvoll Katzen schon?" Sie würden staunen. Die kleinen Würmer können - und müssen - ganz schön zulangen. Es ist manchmal verwunderlich, welche Mengen in die kleinen Mägen verschwinden. Ein weiterer Aspekt ist der Futterneid der Mitkatzen. Kitten werden Anfangs ca. sechs mal am Tag gefüttert. Man kann sicher sein, das jedes mal der Rest der Meute auch sein Recht verlangt. Was sich, nebenbei bemerkt, auch in der Katzentoilette "niederschlägt". 

Natürlich hat unser Jungzüchter auch bürokratische Dinge zu erledigen. Nachdem feststeht, das die Katze trächtig ist, muss dem Zuchtverein eine Deckbescheinigung vorgelegt werden. Hier wird genau beschrieben welche Katze in welchem Zeitraum bei welchem Kater war. Diese Bescheinigung muss zuvor vom Deckkater Besitzer unterschrieben worden sein. Sind die Kitten auf der Welt, so wird von zwei, vom Verein autorisierten , Mitgliedern die sogenannte Wurfabnahme vorgenommen. Das heißt zwei erfahrene Züchterkollegen schauen sich den Wurf, die Mutterkatze und die restlichen Katzen des Zwingers an. Es werden Impfpässe und vom Verein vorgeschriebene Tests kontrolliert. Auch eventuell auftauchende Fragen, wie zum Beispiel die richtige Farbbestimmung der Kitten, können bei diesem Termin geklärt werden. Von der Wurfabnahme wird ein Protokoll angefertigt,  das zusammen mit der Wurfmeldung an den Zuchtwart des Zuchtvereins geschickt wird. Damit sind offiziell die Ahnentafeln der Kitten beantragt.


Die Suche nach den neuen "liebevollen Händen"

Nun muss für jeden einzelnen aus der Rasselbande ein neues Zuhause gefunden werden. Hier ist das Internet eine große Hilfe. Züchter, die eine eigene Homepage haben, sind klar im Vorteil. Allerdings kann das auch ziemlich den Geldbeutel strapazieren, sofern man nicht selber Hand anlegt. Denn eine solche HP muss ja nicht nur eingerichtet, sonders auch "gepflegt" werden. Eine andere Möglichkeit Käufer anzusprechen, sind Annoncen in Katzenzeitschriften. Das auch diese nicht umsonst sind, ist klar. 


Die "Kitteninteressenten" werden natürlich ins heimische Wohnzimmer eingeladen. Bei einer Tasse Kaffee und einem Stückchen Kuchen können Züchter und Käufer sich beschnüffeln. Man sollte als Züchter zwar nicht indiskret werden, ein paar persönliche Fragen zum zukünftigen Lebensumfeld der Babys sind dennoch wichtig. Auch der Käufer muss bei seinem Gegenüber ein gutes Gefühl haben. Kommt die Rasseelbande dann noch munter auf den Besuch zu gelaufen, ist alles o.k.. 

Wenn der Interessent sich ganz sicher ist, das er dem ausgesuchte Kitten ein neues Zuhause geben möchte, wird der Vertrag abgeschlossen und ein bestimmter Betrag angezahlt. 

Mit frühesten 12 Wochen ziehen die Kitten dann, mindestens zweimal gegen Katzenseuche ,-schnupfen geimpft und mehrmals (!) entwurmt, in ihr neues Heim. Viele Züchter bringen die Kleinen dorthin. So wissen sie genau, wo und wie die Lieben in Zukunft leben werden. Auch wird der neue Katzenbesitzer genauestens über die (Fress)gewohnheiten seines Schützlings aufgeklärt. Ein guter Züchter steht den Käufern seiner Kitten bei Fragen und Problemen immer zur Verfügung. Die Verantwortung endet nicht mit der übergabe der Kleinen!


Gute Zeiten, schlechte Zeiten!
So, nun habe ich einmal grob einen Zuchtanfang geschildert. Würde es immer so laufen, hätten wir sicherlich weit mehr Katzenzüchter. Es kann "unterwegs" soviel schief gehen. Eine mit viel Mühen ausgesuchte und teuer eingekaufte Kätzin nimmt, aus welchem Grund auch immer, nicht auf. Hier kastriert man natürlich nicht sofort, sondern versucht mit dem Tierarzt zusammen herauszufinden, welcher Grund dahinter steckt. Oder es treten bei der Geburt Komplikationen auf, so das ein Kaiserschnitt nötig wird. Manchmal muss die Katze bei dem Eingriff gleich kastriert werden. Es kann passieren, das die junge Mama nach solch einer schweren Operation ihre Kitten nicht aufziehen kann/will oder gar verstirbt. Es können tote oder behinderte Kitten geboren werden. Ein Kitten kann , nachdem es drei Wochen gut gediehen ist und einem schon sehr ans Herz gewachsen ist, plötzlich versterben. Es können Erbkrankheiten auftreten. Oder eine Infektionskrankheit, vor der niemand gefeit ist, kann die ganze Zucht befallen. Das alles ist keine Schwarzmalerei. Ich bin erst ganz am Anfang der Katzenzucht. Aber Züchter, die 10, 20 und mehr Jahre züchten, können von solchen Schwierigkeiten ein Lied singen.

Nachtrag März 2007: Vom November 2005 bis Februar 2007 fuhren wir mit unserer Joelle insgesamt 6 mal zum Decken. Ohne Erfolg!! Um sicher zu gehen, dass sie keine Gebärmuttervereiterung oder ähnliches hatte, besuchten wir im Laufe der Zeit zwei Reproduktionsmedizinerinnen. Beide konnten jedoch keinen Grund für die "Kittenlosigkeit" finden. Nach über 8000 gefahrenen Kilometern war es dann endlich soweit: Joelle war trächtig. Die Kosten für die Ärzte und das Benzingeld würden jedoch ganz sicher nicht mehr "reinbekommen", das war uns klar. Trotzdem waren mein Mann und ich natürlich happy!!

Es ist zu bedenken, das bei den obengenannten Problemen, nicht nur das Guthaben auf dem Bankkonto ziemlich schrumpfen kann. Diese Schwierigkeiten können  psychisch sehr angreifen. Tiere, die uns ans Herz gewachsen sind, sterben zu sehen, kann einem auf lange Sicht gesehen knicken. Ich habe mal auf einer Homepage folgende Sätze gelesen: "Jedes mal wenn man ein Tier gehen lassen muss, bricht  ein kleines Stückchen vom Herzen. Wenn nichts mehr übrig ist, ist es Zeit aufzuhören."


Ihnen ist sicher aufgefallen, dass ich nur selten konkrete Zahlen angegeben habe. Die Kosten einer Hobbyzucht sind von vielen Faktoren abhängig. Anzahl der Tiere, das Vorhandensein eines Deckkaters, Anzahl der Würfe pro Jahr, Anzahl der besuchten Ausstellungen, Futtersorten, usw.. Ganz wichtig ist auch der Wohnort. Die Tierarztkosten schwanken, je nach Standort, sehr. Wer sich dennoch für die "harten Fakten" interessiert, für den habe ich am Ende dieses Artikels einige Zahlen aufgelistet.

Selbst wenn ein Züchter ein gutes Jahr hatte und alles wie am Schnürchen gelaufen ist, so kann eine einzige Infektion, die meist die ganze Katzengruppe befällt, das Bankkonto leeren. Die Katzenzucht ist eben ein Hobby und niemand erwartet, mit seinem Hobby Geld zu verdienen.


Warum das Ganze?

 Nun kann sich der geneigte Leser die Frage stellen: Warum züchtet man Katzen, wenn so hohe Kosten und Probleme auf einen zukommen können?

Aus Liebe zu den Tieren, und ganz speziell zu "seiner" Rasse. Auch als Züchter ist man in erster Linie Katzenliebhaber. Die Freude Kitten aufzuziehen, sie zu gesunden, verspielten Tieren, die nichts so schnell umwerfen kann, heranwachsen zu sehen, wiegt vieles auf. Und wenn man dann einen Anruf von den Käufern seiner Kleinen bekommt, in dem diese von den Familienzuwachs schwärmen, ist die Welt in Ordnung. Auch das "Mitarbeiten" an dem Erhalt und Verbesserung der jeweiligen Rasse ist den meisten Züchtern wichtig.

Um also auf die Anfangsfrage zurückzukommen: Katzenzucht --- das perfekte Hobby? Ja! Solange man sich im Klaren darüber ist, das es wirklich nur ein Hobby ist. Kein seriöser Züchter verdient damit Geld, und  erwartet es auch gar nicht. Die Liebe zu seinen Tieren wird bei ihm immer im Vordergrund stehen. Er ist nicht auf schnelle Erfolge aus, sondern plant seine Zuchtziele genau und langfristig. Er legt großen Wert auf Gesundheit und Wesensfestigkeit seiner Tiere. Er wird die zukünftigen Besitzer der Kitten sorgfältig auswählen und ihnen immer bei Problemen und Fragen zur Verfügung stehen. 



Kurz gesagt:

Die Katzenzucht ist ein sehr arbeitsaufwendiges und verantwortungsvolles Hobby, das Planung, Geduld, Platz, Lernbereitschaft und viel, viel Zeit und Geld benötigt!
Belohnt wird man mit gesundem, typvollem, verschmustem, verspieltem und vertrauensvollem Nachwuchs, der viel Freude in das Leben der neuen Dosenöffner bringen wird.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen kleinen Einblick in die Welt der Hobbyzucht geben. Und wenn Sie das nächste Mal nach dem Preis eines Rassekätzchens fragen, erschrecken sie vielleicht nicht mehr ganz so sehr.




Schwarz auf Weiß

Hier wie versprochen einige Zahlen:
Wie oben erwähnt, variiren die Tierarztkosten je nach Region sehr .In einem ländlichen Gebiet berechnet beispielsweise der Tierarzt oft nur den einfachen Satz der Gebührenordnung, während in der Stadt oder auch beim Facharzt in der Regel der zweifache Satz  (oder mehr) in Rechnung gestellt wird. An dieser Stelle sei auch noch erwähnt, dass natürlich nicht nur die potenten Tiere, sondern auch die Kastraten einer Zucht regelmäßig tierärztlich untersucht und geimpft werden müssen und hochwertiges Futter erhalten.
Die Deckgebühr liegt bei Somalis bei rund 400 Euro. Dazu kommen die Gebühren für Tests, die vor der Verpaarung gemacht werden müssen. Natürlich darf man die Treibstoffkosten für die Fahrten zum und vom Kater (mind. 4x) nicht vergessen.

Tierarztkosten:

Impfung gegen Katzenschnupfen, -seuche 32 Euro Bei Kitten zweimal erforderlich als Grundimmunisierung
Impfung gegen Leukose 42 Euro
Impfung gegen Tollwut 29 Euro  
 EU-Heimtierausweis 5 -15 Euro hier kann die Gebühr bei den einzelnen Tierärzten weit differenzieren
4 Entwurmungen im Jahr ca. 130 Euro für all unsere Katzen zusammen (3x mit Milbemax, 1x mit Panacur

gen. Blutgruppenbestimmung 41Euro   plus Kosten für die Blutabnahme
Labortest auf FIV (Katzenaids) und Leukose 35 Euro Vor jeder Verpaarung erforderlich
Schnelltest auf FIV und Leukose 43,18 Euro   
Labortest auf PKM 41 Euro plus Kosten für die Blutabnahme
Labortest auf PRA 41 Euo  plus Kosten für die Blutabnahme
Blutabnahme 10 Euro  
Scheidenabstrich (Tupferprobenentnahme) 15,21Euro ist nicht üblich vor einer Verpaarung, wird von unserer Tierärztin jedoch auf unseren Wunsch hin durchgeführt
Laboruntersuchung des Abstriches mit Antibiogramm ab 32,73 Euro ist ein Scheidenabstrich oder eine Stuhlprobe positiv auf Bakterien, erfolgt ein Antibiogramm

Sonographie bei einer (trächtigen) Katze

ab 54 Euro 

  
Kaiserschnitt ab 250 Euro Die Gebühr kann je nach Aufwand und angewendeter Medikamente auch weit höher liegen.
Geburtsbetreuung ab 40 Euro Die Gebühr kann je nach Verweildauer auch weit höher liegen.
Strahlendiagnostik (1 Röntgenbild) ab 40 Euro   

Kastration einer Katze 116 Euro   
Kastration eines Katers 57 Euro   

Implantation eines Mikrochips 35 Euro   


PRA Untersuchung beim Augenarzt 60 Euro Wir lassen unsere Zuchtkatzen zusätzlich zum Gentest auch noch ophtamologisch auf PRA untersuchen


EKG inkl. Sonographie 97 Euro Diese Untersuchung ist nur beim Facharzt möglich

tierärztlicher (Facharzt)bericht ab ca. 15 Euro


eingehende Untersuchung 12 - 25 Euro   

Futter- / Streukosten ("unsere" Sorten)

Hill`s Trockenfutter light 10 kg 72,99 Euro  
Orijen 7 Kg 56,00 Euro  
Applaws 156g Dose 0,96 Euro  
cosma Thai 170g Dose 0,73 Euro  
Schesir Kitten Beutel 100g 1,00 Euro  
Porta 21 Kitten 156g Dosen 0,93 Euro  
Almo Nature Jelly 70g 1,29 Euro  
Extreme Classic Katzenstreu 15 Kg 14,59 Euro Teures aber auch extrem schnell klumpendes Katzenstreu, dass sehr gern von Züchtern verwendet wird
Andere Kleinigkeiten

 
Decktaxe ca. 400 Euro
Wurfkiste ab 95 Euro
6 Laufstallelemente für junge Kitten (oft werden mehr benötigt) ab 160 Euro
Wurftonne ab 100 Euro
Material für unsere selbstgebaute Wurfkiste 85 Euro



Vereinsmitgliedschaft

     
Mitgliedsbeitrag im Zuchtverein ab 32 Euro Die Beitrage können auch weit höher liegen
Zwingerschutz  ca. 20 Euro Der Cattery-Name wird in ein Register eingetragen
Aufnahmegebühr ca. 15 Euro Einmalige Gebühr
Ahnentafel ab 16 Euro Gebühr muss für jedes Kitten bezahlt werden

 

Wie man deutlich sieht, sind die Beträge für die Mitgliedschaft in einem Zuchtverein und die Stammbäume sehr gering im Verhältnis zu den anderen Kosten, die anfallen. Da sollte man sich fragen, warum züchten manche Leute ohne Papiere?

 

 
 
 
 

 

05.03.2017
Neue Fotos der Kitten 

 
 
Bilder und Texte (c) 2003-2016 Stefanie Eckermann Impressum