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 12.09.2017

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Das Katzenfummelbrett --- Enrichment für Katzen
(Der Artikel entstand im Mai 2008. Inzwischen gibt es ein großes Angebot an Beschäftigungsspielzeug für Katzen auf dem Markt. Die Genehmigung von Frau Dbaly für die Verwendung der Bilder und Anleitung liegt mir vor.)


In modernen Zoos wird es schon seit über zwei Jahrzehnten praktiziert: Enrichment, was übersetzt so viel wie Bereicherung bedeutet. Die Idee ist der Langeweile, der die Zootiere in ihren relativ kleinen Gehegen ausgesetzt sind, entgegen zu wirken. Sie sollen sich einen Teil des Futters unter Einsatz ihrer artspezifischen Fähigkeiten selbst erarbeiten. Wer sich gern Zoo Sendungen ansieht, kennt diese spezielle Art der Fütterung. Man kann Pfleger beobachten, die Futter in Kartons verpacken, diese dann in nicht geringer Höhe an Bäume hängen und so die Nasenbären zu waghalsigen Aktionen animieren, um an die geliebte Leibspeise zu kommen. Joghurt wird in hohle Baumstämme gefüllt, den Menschenaffen dann unter zur Hilfenahme von Stöckern zu Leibe rücken sollen oder es werden gar die Leckereien in der Streu oder im Erdreich versteckt.  Zu dem Enrichment Programm gehört aber auch, natürliche Verhaltensweisen zu fördern. Viele Tierarten bauen Beispielsweise in freier Wildbahn Schlafnester. Wird ihnen von ihren Betreuern Material zur Verfügung gestellt, tun sie dies auch in Gefangenschaft.

Heute sind viele Katzen aus verständlichen Gründen zum Leben in unseren vier Wänden verdammt. Damit unsere Lieblinge so wenig wie irgend möglich missen müssen, statten wir die besagten vier Wände mit allem aus, was den Leisetreter erfreuen könnte. Weiche Liegeplätze, einen schönen Fensterplatz zum Beobachten so mancher fliegender Spezies, eine Auswahl von kleinen bis super großen Kletterbäumen, die auch mal mit Kosten, die einem Urlaub entsprechen würden, zu Buche schlagen, und natürlich nicht zu letzt das Überlassen unseres Bettes, das für die meisten Katzen der Inbegriff der Gemütlichkeit bedeutet.

 

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Nun hat sicher kaum jemand von uns von Wohnungskatzen gehört, die durch fortwährende Langeweile Verhaltensauffälligkeiten wie z.B. Stereotypien zeigen, wie man sie bei manchen Zootieren beobachten kann. Aber eine Katze, die durch Wald und Flur streift, hat natur gemäß wesentlich mehr Spannung im Leben als unsere Sofatiger. Was können wir, die ja für unsere Schätze (fast) alles tun, gegen diesen Spannungsverlust unternehmen?

Eine Bereicherung des manchmal öden Katzenalltages wäre da zum Beispiel das Katzenfummelbrett. So zu sagen ein Brett gegen die Langeweile oder ein kleines Enrichment Programm für Haustüre.

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Die Idee zu diesem Katzenspielzeug stammt von der Schweizerin Helena Dbaly.
Nach dem sie ihre kleine Katzenzucht aufgegeben hatte, fungierte Frau Dbaly noch als Zwingerkontrolleurin für einen Katzenclub. Bei ihren Besuchen der Züchter und auch diverser Katzenausstellungen wurde die Schweizerin immer wieder auf die neusten Spielideen für die Vierbeiner aufmerksam.

So las sie von einigen Katzenfans, die Leckerlis in Papprollen, Eierschachteln und ähnlichem versteckten, diese mit Löchern versahen und ihren Tieren zum spielen überließen.

Frau Dbaly griff diese Innovation für ihre Katzen auf. Es störte sie allerdings, dass die Tiere beim Spielen die Behälter durch die ganze Wohnung schoben und die Leckereien dabei über den Fußboden verteilten. Trat dann ein unachtsamer Zweibeiner auf die süßen Verlockungen, so gab es unschöne Fettflecke auf dem Teppich. Auch war es für die Tiere schwer die Snacks zu erreichen, da die Schachteln ständig wegrutschten.

Die Schweizerin kam auf den Gedanken die Behältnisse auf Karton festzukleben und so die ganze Aktion auf einen bestimmten Bereich der Wohnung zu begrenzen. Nun war es für die  Akteure auch einfacher die begehrten Leckerbissen zu ergattern. Dies war die Geburtsstunde des Katzenfummerbrettes!

Nach und nach entstanden immer mehr dieser Spieloasen im Hause Dbaly.
Inzwischen sollen es über 60 Stück sein. Jede Katze hat ihren eigenen Charakter und natürlich auch IHR Lieblingsfummelbrett.

Die Erfinderin rät: „ Seien Sie nicht enttäuscht falls ihre Katze das Bastelwerk zuerst ignoriert. Verändern Sie nach einigen Tagen den Standort des Brettes oder wechseln Sie die Leckerlis. Manche Katzen lassen sich tagelang Zeit und beginnen dann doch plötzlich zu fummeln!“ (Zitat aus „News aus deiner Tierwelt“)

Um auch andere Katzenliebhaber an dieser tollen Spielidee für ihre Lieblinge teilhaben zu lassen, hat Frau Dbaly eine Homepage ins Internet gestellt. Die Adresse lautet http://www.katzenfummelbrett.ch/. Hier stellt sie etliche Modelle vor und liefert auch gleich die Bastelanleitung mit. Außerdem findet man Erfahrungsberichte und kurze Videos begeisterter Katzenfummelbrettbastler.

In Kürze soll ein Buch von Helena Dbaly und der Verhaltensberaterin Stefanie Sigl unter dem Titel „Spielbuch für Katzen“ beim Cadmos-Verlag erscheinen.
Interessierte Leser finden dort einfach umzusetzende Spielideen und natürlich werden auch Katzenfummelbretter vorgestellt.

 

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Die Schweizerin verriet mir, als ich die Erlaubnis für diesen Artikel einholte, noch eine Neuigkeit für alle Bastelmuffel unter uns
Katzenbesitzern:

„Die Firma Trixie wird im Herbst auch ein von mir mit Hilfe vieler Tüftlerkatzen sorgfältig entwickeltes, käufliches KFB mit 5 Modulen für verschiedene Fummelvorlieben herausbringen. Endlich ein robustes, abwaschbares und wenn nötig auch desinfizierbares  KFB !!!“

Für alle, die jetzt neugierig geworden sind und nicht die sprichwörtlichen zwei linken Hände haben, zum Schluss noch eine der vielen Bastelanleitung der HP „Katzenfummelbrett.ch. Viel Spaß beim Nachbauen:

  „Fummelbahnen“

 

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Material:
längliche Holzleisten

Hilfsmittel:
Holzleim (wasserfest), Lack (für Kinderspielzeug)

Vorgehen:
Die länglichen Holzstücke in Bahnen anordnen und in Pfotenbreite mit Leim ankleben. Nach dem Trocknen lackieren.

Tipp:
Die Bahnen so anordnen dann die Katze die Leckerli mit der Pfote bequem gegen sich, also eher senkrecht, ziehen kann.
Wenn Bahnen waagrecht zur Katze angeordnet sind, haben manche grosse Mühe Leckerli herauszuziehen.

 

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