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 12.09.2017

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Eklampsie Drucken

Die Eklampsie
 

Eine mögliche Komplikation bei der Aufzucht 

 

 Als unsere Somali ihren dritten Wurf aufzog, beobachtete ich eines Mittags, dass sie mit der rechten Hinterpfote lahmte. Ich dachte mir nichts Schlimmes dabei und gab ihr zur schnellen Besserung der Beschwerden Traumeel. Kurze Zeit später sah ich, wie Ahm Shere das linke hintere Bein beim Laufen nachzog. Jetzt doch etwas irritiert, behielt ich die Katze im Blick. Sie zog sich in eine Kratztonne zurück, ließ ihre Kitten nicht trinken und verweigerte auch selber das Fressen. Nach längerer Zeit kam Ahm Shere wieder aus der Tonne hervor. Sie wirkte nun unsicher und steif auf den Beinen. Als ihr dann auch noch beide Hinterpfoten nach außen „wegklappten“, war es an der Zeit etwas zu unternehmen.

Obwohl es Wochenende war, wurde mit der Tierärztin vereinbart, sich in der Praxis zu treffen. Ein Röntgenbild der Hinterbeine war ohne Befund. Ahm Shere bekam ein Schmerzmittel gespritzt. Der Ärztin fiel, genau wie uns, auf, dass die Katze sehr zitterig auf den Beinen war. Ein Umstand, der auf die anstrengende Laktationsphase der Mutterkatze geschoben wurde. Ihre Reflexe waren zu diesem Zeitpunkt noch normal!
  

Wieder Zuhause nahm die Zittrigkeit noch zu. Ahm Shere verkrampfte sich und ging auf den äußersten Zehenspitzen. Ich weiß, Katzen sind „Zehengänger, aber das war nicht normal. Plötzlich verdrehte sie den Kopf und verkrampfte sich am ganzen Körper.

 

Da fiel bei mir endlich der Groschen. Mit einer Taschenlampe kontrollierte ich den Pupillenreflex --- auch als Laie sah ich eine deutliche Verzögerung. Unsere Katze hatte eine Eklampsie ausgelöst durch einen akuten Calciummangel. Zum Krankheitsbild der Eklampsie kommt es, wenn bei einer Mutterkatze infolge des enormen Calciumverbrauchs durch die Kitten der Calcium-Spiegel im Blut absinkt. Am häufigsten tritt dies in den ersten beiden Lebenswochen der Kitten auf. Es kann aber auch schon während der Trächtigkeit, der Geburt oder Wochen später dazu kommen.

 

Mein Mann und ich gaben der Katze 10ml Calcium Trinkampullen, bevor ich in einer Tierklinik anrief. Es war inzwischen 21.30 Uhr. Am Telefon beschrieb ich kurz der Dienst habenden Ärztin Ahm Sheres Symptome. Die Diagnose: Eklampsie. Der Kommentar: „Sofort kommen!“

Durch die Calciumgabe Zuhause war Ahm Sheres Calciumspiegel, als sie im Krankenhaus eintraf, bereits wieder im unteren Toleranzbereich. Sie durfte nach der Blutabnahme wieder nach Hause mit der Order, ihr eine Woche lang täglich 10ml Calcium zu verabreichen.

 

Es dauerte noch Stunden bis unsere Somali wieder sicher auf den Beinen war, was sich dadurch erklären ließ, dass das Calcium eine ganze Zeit benötigte, um in den Muskeln anzukommen.

Dieses Erlebnis hatte mich geschockt. Ich las in den darauf folgenden Tagen im Internet viel über das Thema „Eklampsie bei Katzen“. Mich interessierte natürlich vor allem, was man prophylaktisch dagegen tun konnte. Bisher hatte ich immer während der Geburt und bis eine Woche danach Calcium verabreicht. Die Infos, die ich im Netz über dieses Problem fand, waren sehr widersprüchlich. Der eine Züchter gab schon während der Trächtigkeit Calcium. Der andere tat dies nicht, da es angeblich für die Katze eher schädlich als nützlich sei. Der nächste verabreichte nur in den Tagen nach der Geburt Calcium. Der vierte tat nichts dergleichen.

 

Ich wollte es nun genauer wissen und rief in der Klinik an. Dort bekam ich folgende Infos: Die Aussagen der Züchter auf verschiedenen Homepages, nach denen man im ersten Drittel der Trächtigkeit kein Calcium verabreichen dürfe, da ansonsten Schädigungen der Kitten zu erwarten seien, wurden von der Klinik nicht bestätigt. Auch die Annahme, dass in keiner Phase der Trächtigkeit Calcium gegeben werden solle, weil die Aufnahmerate von Calcium aus dem Darm sonst verringert werden würde, sei falsch. Allerdings, so die Info der Klinik, sei erst im letzten Drittel der Trächtigkeit die Calciumgabe nützlich, da sie erst dann einen Einfluss auf die Geburt und die anschließende Verhinderung einer Eklampsie habe.

 

Laut der Tierärztin, mit der ich gesprochen habe, könne - müsse man aber nicht - 1 – 2 Tage vor dem errechneten Geburtstermin Calcium geben. Auch unter der Geburt, vor allem, wenn sie sich lange Zeit hinzieht, sehr anstrengend für die werdende Mutter ist, oder viele Kitten auf die Welt drängen, sind Calciumgaben anzuraten.

Ich ziehe vor der Geburt das Calcium in eine Spritze auf und gebe es dann Tröpfchen für Tröpfchen ins Maul der Katze. Erstaunlicherweise wurde dies bisher immer dankend angenommen. Im Gegensatz dazu hatte ich schon des Öfteren Schwierigkeiten das Calcium nach der Geburt den frischgebackenen Muttis einzuflößen. Ins Futter gemischt wurde es oft verschmäht. Ein paar Tropfen davon auf einen Löffel mit Vitaminpaste wurden aber meistens gern genommen.


Am wichtigsten sind regelmäßige Calciumgaben aber in den ersten 1-2 Wochen nach der Geburt. Täglich ca. 0,5 – 1ml reichen, laut Auskunft der Klinik, schon aus.* Ich habe mir allerdings vorgenommen, es länger zu geben, da Ahm Sheres Eklampsie erst auftrat, als ihre Kitten bereits 6 Wochen alt waren.

Als Mittel der Wahl, um eine Eklampsie zu verhindern, gibt man „frubiase Calcium T Trinkampullen“. 20 Ampullen a 10ml kosten in der Apotheke knapp 12 Euro. Also ein erschwinglicher Preis für diese Vorsorge. (Bitte nicht die Ampullen mit dem Zusatz „forte“ kaufen. Diese enthalten Vitamin D, sind allerdings auch rezeptpflichtig.)

Es gibt Züchter, die stattdessen auf die Gabe von Calcium phosphoricum D30 schwören. Einige verwenden auch homöopathische Komplexmittel wie zum Beispiel Iso Bicomples 22, welches verschiedene Schüssler Salze enthält. Leider habe ich über die Wirksamkeit dieser Mittel keine Auskunft bekommen können.

Die genannten Maßnahmen sind unerfreulicherweise keine 100 %ige Garantie dafür, dass eine trächtige, bzw. laktierende Katze keine Eklampsie entwickelt. Gutes Kittenfutter ist zwar Pflicht für eine Kätzin, die Kleine aufzieht, aber auch dies kann eine Eklampsie nicht wirklich verhindern.

 

Deshalb hier die Symptome, die einen akuten Calciummangel (Hypocalcämie) anzeigen können:

 

- Gleichgewichtsstörungen

- Unruhe/Nervosität

- Zittern

- Muskelkrämpfe (einer Epilepsie nicht unähnlich)

- Kaukrämpfe mit vermehrtem Speichelfluss/Zungenbeißen

- Hecheln

- Steifheit /Lahmheit / Schwäche der Beine

-Vernachlässigung des Säugetriebes

- keuchende Atmung

- Erbrechen

- verzögerter Pupillenreflex/ weite Pupillen

- Seitenlage der Katze

- erhöhte Körpertemperatur bis 41 Grad

- ungewolltes Absetzen von Kot oder Urin

- groteske Kopfhaltung

- Bewusstlosigkeit

 

Es müssen nicht alle Symptome auftreten! Eine beginnende Hypocalcämie geht oft nur mit (leichter) Unruhe und ev. Appetitlosigkeit einher. 


Eine nicht behandelte Eklampsie führt häufig zum Tod der Katze. Der Verlauf  kann sehr schnell sein, darum ist eine sofortige Vorstellung der Katze beim Tierarzt nötig. Eine rechtzeitige Calcium-Infusion führt zu einer raschen Verbesserung des Zustandes. Unsere Ahm Shere war schon am nächsten Tag wieder die Alte. Uns saß der Schreck nach diesem Ereignis jedoch noch lange in den Gliedern.

         

 

 Ich ziehe das Calcium in eine 10ml Spritze auf und bewahre diese im Kühlschrank auf. Zusätzlich wickele ich ein Küchenpapier um die Spritze, damit der Inhalt lichtgeschützt ist. Da die Ampullen u.a. auch Wasser enthalten und deshalb relativ schnell verkeimen, verwerfe ich ev. Reste nach einer Lagerzeit von max. 4 Tagen.

 

 
 
 
 

 

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