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Aktualisiert am
 12.09.2017

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Diät mit Hindernissen Drucken

Diät mit Hindernissen

  

Wir dürfen eine bunte Katzentruppe unser Eigen nennen. Nach dem mein Mann und ich als „Liebhaber“ angefangen hatten und erst Jahre später in die Züchtersparte wechselten, tummeln sich heute drei Rassen bei uns.

 

Der Birmakater und das Maine Coon Geschwisterpaar machen auch als Kastraten eine gute Figur. Aber zwei unserer Somalis, ein Kater, der seiner Fortpflanzungsfähigkeit bereits beraubt worden ist und ein potentes Mädel, halten nichts von Modelmaßen. Sie fressen für ihr Leben gern und nehmen schon beim bloßen Anblick eines Futternapfes ein paar Gramm zu. Einige von uns Zweibeinern kennen das ja, man sieht ein Stück Schokolade und spürt es schon auf den Hüften.

 

Nachdem der Somalikastrat Armani sich nur noch sehr behäbig durch den Tag schlich, keine Freude mehr an den früher so beliebten Spielen hatte und die Lady immer wie hochschwanger daher kam, obwohl sie keinen Mutterfreuden entgegen sah, beschloss ich die Notbremse zu ziehen.

 

Mit der „ad libitum Fütterung“ musste ab sofort Schluss sein. Die beiden Diät-Kandidaten sollten nur noch abgewogene Mengen zugeteilt bekommen. So weit die Realität.

 

 In der Praxis sah das Ganze wie folgt aus: Es gab fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt. Unser Youngster, ein fünf Monate altes Somalimädel, bekam Kittenfutter. Dieses in einem extra Raum, damit die anderen nicht räubern konnten. Die etwas rundliche Somalidame und der dickliche Somalikastrat fraßen ihre genau berechneten Futtermengen in zwei verschiedenen Zimmern und der Rest der Rasselbande durfte das übliche Futter in gewünschter Menge zu sich nehmen. Nach dem großen Fressen musste alles außer Reichweite der  Truppe gebracht werden. Einmal in der Woche wurde der Erfolg -- oder Misserfolg -- der Schlankheitskur-Aspiranten überprüft.  

Ein paar Wochen nach Beginn der Diät stellte unsere TA beim Birmakater Ruby erhöhte Nierenwerte fest. Also durfte ab sofort auch er in getrennten Räumlichkeiten sein Futter, jetzt eine Nierenschonkost, verspeisen.  

 

Haben Sie mitgezählt? Ich brauche inzwischen fünf Zimmer für jede Fütterung. Zum Glück haben wir ein großes Haus.

 

Ich hatte mich von Anfang an auf eine längere Diätzeit eingerichtet. Eine extreme Reduzierung der Futtermenge ist für Katzen sehr gefährlich, FdH ist bei unseren Lieblingen also nicht angesagt. Bekommen sie zu wenig Nahrung, so entsteht bei übergewichtigen Tieren ein Energiemangel, der dafür sorgt, dass Fette aus den Depots geschleust werden. Die dabei entstehenden Fettsäuren können in den Mengen in der Leber nicht abgebaut werden und sammeln sich dort an. Es kommt zu der gefürchteten Fettleber. Bei einer Diät sollte man höchstens 15% der üblichen Futtermenge einsparen, anfangs eher weniger.

 

Alles in allem funktionierte die Diätkur recht gut. Nur unser Maine Coon Kater Stargate war mit der neuen Regelung so gar nicht einverstanden. Natürlich stellte er sicher, dass ich sein Missvergnügen  auch bemerkte. Von morgens bis abends rannte Stargate hinter mir her und jaulte. Man muss es wirklich so nennen. Wer Coonis kennt, weiß, dass sie für ihre Größe eher kläglich klingen. Stargate gab mir dann auch mit einem Klagelaut zu verstehen, dass er Hunger hatte --- und zwar ständig!

 

Wegen meines großen Nimmersatts wollte ich die Schlankheitskur der etwas fülligen Herrschaften aber nicht abbrechen. Also war guter Rat teuer.Stargate machte deutlich, dass er immer etwas im Napf haben wollte. Kehrte ich jedoch wieder zu der ad libitum Fütterung zurück, so würden sich die Bäuche der beiden Moppel wieder ordentlich runden. Die ganze Mühe meinerseits und die „Entbehrungen“ der lieben Vierbeiner wären buchstäblich für die Katz gewesen.

 

Zu dieser Zeit erinnerte ich mich an eine Anzeige in einer bekannten Katzenzeitschrift, in der für einen so genannten Katzentrainer geworben wurde. Ich schaute mir die Seite im World Wide Web an. Diese Katzentrainer stellen wieder eine Beschäftigungstherapie für unsere Vierbeiner da. Da die Behältnisse aus Plexi- oder Acrylglas sind, können die Katzen die begehrten Trockenfutterhäppchen oder gar Leckerlis sehen.

 
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Der Katzentrainer besteht aus zwei Scheiben, zwischen denen sich mehrere oben offene Rohre befinden. In diese Röhrchen können die süßen Versuchungen gelegt werden. Die Katze wird schnell merken, dass sie mit der Pfote einzelne Stückchen des Begehrten  herausangeln muss. Alle Katzen finden dies mit der Zeit heraus, was nur je nach Temperament und Wesen mal schneller und mal etwas gemäßigter zugeht. Die einzelnen Katzentrainer sind in ihrer Größe für Einkatzenhaushalte oder für mehrere Katzen ausgelegt. Auch der Schwierigkeitsgrad und Aufbau variiert je nach Model etwas.

 

Unsere Katzen haben es alle innerhalb  eines Tages verstanden. Nur für Ruby, dem heiligen Birma und Joelle, unserer etwas fülligen Somalidame, ist so ein herumfummeln wegen ein paar Häppchen einfach unter ihrer Würde.

 

Für uns war dieser Katzentrainer DIE Lösung. Wenn Stargate jetzt Hunger hatte, beschäftigt er sich eben mit dem neuen --- etwas anderen --- Futternapf. Leider findet auch der dickliche Somalikastrat dieses Hobby, Futter aus einem Rohr zu fummeln, sehr unterhaltsam. Aber da er immer nur ein, zwei Brocken auf einmal herausbekommt, hält sich Gewichtszunahme in Grenzen.

 

Aber um Sie nun auch am Ergebnis unserer Katzendiät teilhaben zu lassen: Sie dauerte 14 Wochen, Armani nahm knappe 8% seines Körpergewichtes ab ( hey--- er ist immerhin Kastrat) und Joelle gute 14%.

 

Wie schon erwähnt, hat Armani seit der Anschaffung des Katzentrainers wieder etwas zugelegt. ---- Das herausangeln der Futterbrocken ist aber auch zu spannend. --- Weshalb dieser nun nur noch Stundenweise tagsüber zur freien Verfügung bereit steht. Nachts wird der Napf weggestellt.

 

 Denn die  Nacht ist schließlich zum Schlafen da, meine Lieben!

 
 

 
 
 
 

 

05.03.2017
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