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 12.09.2017

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Mäusejagd Drucken

Mäusejagd - oder wo kommen
bloß die Nager her?

Über einen milden Winter, wie wir ihn 2006/2007 hatten, freuen sich vor allem Viren, Pilze und Nagetiere. Diese Tatsache ist hinlänglich bekannt.
Das auch wir davon betroffen sein würden, sollte sich erst im Laufe des Sommers herausstellen.

Es wurde Juni und wir hatten einen Somaliwurf liegen. Wobei "liegen" wohl nicht das richtige Wort für diese quirligen 6 Wochen alten Rabauken war.
Eines schönen Sonnentages - da die Sonne uns im letzten Sommer nicht so verwöhnt hatte, konnte ich mich genau erinnern - stolzierte unser Armani ganz somali-like mit erhobenen Kopf und eben solchen Schwanz durchs Esszimmer. Ihm folgten auf den Fuß vier aufgeregte kleine Fellmonster. Da man einer Somali auch von hinten genau ansieht, wann sie etwas erbeutet hat, vorzugsweise natürlich etwas Verbotenes, wurde ich misstrauisch. Als Armani dann auch noch seine Verfolger anknurrte, war klar, es war was im Busche.

Ich beschloss, mir die Sache genauer anzuschauen. Auf meinen Ruf hin kam unser Süßer auch brav angelaufen. Er hatte definitiv etwas im Maul. Das Etwas hatte Beine und einen Schwanz. Als mir beim zweiten und dritten Blick langsam dämmerte was ES wahrscheinlich war - ich gestehe es beschämt -schrie ich los. Mein Mann kam angerannt, der Meinung es bestehe für seine Familie mindestens Lebensgefahr. Meine Ehehälfte reagierte dann auch etwas verständnislos, als er den Grund für den Aufruhr erblickte. Bei unserem Somali war eine ähnliche Reaktion zu bemerken. Anstatt eines Lobes für seine tolle Beute, erntete er nur Entsetzen meinerseits. (Da soll einer die Menschen verstehen.) Ich verlangte von meinem Mann den Grund des ganzen Aufstandes zu entsorgen, womit Armani aber keineswegs einverstanden war. In der Folge entbrannte dann auch zwischen Mann und Kater eine kleine Jagd um die Beute. Mann siegte! Als die Maus, genauer gesagt Spitzmaus, in der Mülltonne verschwand, tauchte unser Nachbar am Gartenzaun auf. Ob er helfen könne, er habe so eben einen lauten Schrei gehört. Wie peinlich!

maesejagdIch nahm mir vor, Armani vorsichtshalber außer der Reihe zu entwurmen - man weiß ja nie - und legte dann das ganze Drama ad acta.

Bis, ja bis, einige Wochen später die nächste Spitzmaus im Maul unseres Somalis den Weg ins Haus fand. Es war diesmal ein nicht so schöner Sommertag, eine Tatsache, die unsere vierbeinige Bande natürlich nicht davon abhielt dennoch den Garten unsicher zu machen. Ich saß auf dem Sofa und sah besagten Kater auf mich zukommen. Die freudige Erwartung auf eine Kuscheleinheit mit meinem Liebling wich schnell dem Entsetzen, als ich bemerkte was da gerade auf meinen Schoß springen wollte. Armani --- mit einer weiteren erbeuteten Maus in den Fängen! Den Schrei verkniff ich mir diesmal, man will ja in der Nachbarschaft nicht als hysterisch gelten. Dennoch wollte ich nun wissen, wo unser Jäger die Mäuse herbekam. Denn wo zwei Mäuse zu finden waren, konnte sich ja auch noch eine ganze Meute verstecken. Ich suchte den Garten einige Male ab, wurde jedoch nicht fündig.

Meine Tochter hatte zu der Zeit gerade Besuch von einer Freundin und ich bat die beiden doch auch einmal ihr Glück bei der Mäusejagd zu versuchen. Schließlich sehen sechs Augen mehr als zwei.
Da 15 - jährige Teenies eine solche Bitte natürlich als Zumutung empfinden, bot ich eine Prämie für den Fall des Erfolges an. Aber auch dieses Unterfangen blieb fruchtlos. Also mussten wir uns damit abfinden, dass Armani von Zeit zu Zeit stolz seine Jagdtrophäen mit ins Haus brachte.

Wobei es schon verwunderlich war, dass sich ausgerechnet unser etwas fülliger Somalikastrat als so erfolgreicher Jäger entpuppte. Wir hätten in unserem Cooni oder den beiden Somalidamen eher die aussichtsreicheren Weidmänner gesehen. Aber dieses Rätsel sollte sich schnell lösen.

Einige Tage nach der erfolglosen Mäusejagd, sah ich vom Dachgeschoss unseres Hauses aus in den Garten. Die Rasselbande hielt dort gerade ihren Mittagsschlaf.
Bis auf Ahm Shere, die plötzlich die Ohren spitzte und den knapp 30 Meter langen Zaun entlang lief. Sie hatte es augenscheinlich sehr eilig. An ihrem Ziel angekommen stürzte sie sich, Kopf voran, in einen Buchsbaum. Sekunden später sah man sie aus demselben wieder hervor kommen, diesmal hatte Ahm Shere jedoch etwas im Maul. Um zu verhindern, dass die Jägerin mit der Maus ins Haus kommt, eilte ich schnell zum Ort des Geschehens. Dort angekommen konnte ich gerade noch beobachten, wie Armani sich vor Ahm Shere aufbaute und die Jagdbeute für sich beanspruchte. Da schmückte sich der Kater wohl die ganze Zeit mit fremden Federn!?

Der Höhepunkt des Mäusesommers kam an einem Mittwochvormittag. Wir hatten uns bei unserer Tierärztin mit dem Somaliwurf angemeldet. Es hieß also vier wuselige Kitten auf Herz und Nieren zu untersuchen und anschließend zu impfen. Im Laufe dieses Unternehmens, wir hatten gerade das zweite Fellknäuel auf dem Tisch, sah ich aus dem Augenwinkel, wie mein Mann unruhig auf seinem Stuhl hin und her rutschte und begann einen Schuh auszuziehen.
Etwas unangenehm berührt, erkundigte ich mich so leise wie möglich, in der Hoffnung unsere Tierärztin sei von ihrer Tätigkeit zu sehr in Anspruch genommen, um das Geschehen zu registrieren, was er denn da vor hätte.
„Irgendetwas ist in meinem Schuh“, war die lapidare Antwort meiner besseren Hälfte. Sprachs und kippte die Fußbekleidung aus. Heraus kam eine grau-rote Masse. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen und ehrlich gesagt war ich mir nicht ganz sicher, was da auf dem Fußboden lag. Meinem Mann ging es wohl ähnlich. Ebenso gedämpft wie ich zuvor fragte er, was DAS denn sei. Unsere Tierärztin schaute nur kurz von der Untersuchung auf und meinte völlig
unbeeindruckt: „Eine Maus. Sein Sie froh, dass sie Strümpfe anhatten!“ So konnte man die Sache natürlich auch sehen. Wobei mein Mann die Geschichte nicht ganz so locker nahm. „Es sind DEINE Katzen, also machst DU nachher auch meine Schuhe sauber“, war sein Kommentar.

Das Mysterium woher unsere Katzen die Spitzmäuse immer wieder herbekamen, obwohl diese anscheinend nicht bei uns ihr Lager aufgeschlagen hatten, enträtselte sich im Spätsommer. Wir bauten endlich den längst fälligen Kratzbaum im Garten auf. Ein Unterfangen das sich neben bei gesagt sehr in die Länge zog, da sich die Bauherren nicht mit den zukünftigen Besitzern abgesprochen hatten. Aber das ist eine andere Geschichte. Als wir also an besagten Kletterbaum arbeiteten, sahen wir wie vier unserer sieben Leisetreter an der Grundstücksgrenze auf der Lauer lagen. Kurz darauf entstand ein kleiner Aufruhr und Armani, sie wissen schon der füllige Somalikater, stolzierte wieder mit einer Maus im Maul von dannen. Spätere Recherchen ergaben, dass tatsächlich unser Nachbar unbeabsichtigt den kleinen Tierchen ein Sommerdomizil eingerichtet hatte. Ein großes Geheimnis war folglich endlich gelüftet.

 

Ghali mit Maus

Bleibt nur noch:

 


- die Frage, warum denn Mäuse, die in einem katzenfreien Garten wohnen, zuhauf in einen überwechseln, der von Raubtieren nur so wimmelt? Sind die Nager lebensmüde, mutig oder gar Adrenalin Junkies?

- Und die Hoffnung, dass der nächste Winter sehr frostig wird, damit im folgenden Sommer keine neuerliche Mäuseinvasion droht. Wie heiß es so schön?
Die Hoffnung stirbt zuletzt.

 

 

 
 
 
 

 

05.03.2017
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